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ABBA

 
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ABBAABBA war eine schwedische Popgruppe der Siebziger und frühen Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts und eine der weltweit populärsten Musikgruppen dieser Zeit. Mit mehr als 370 Millionen verkaufter Tonträger gehören ABBA auch zu den kommerziell erfolgreichsten Gruppen der jüngeren Musikgeschichte.

Die Band formierte sich in den frühen 1970er Jahren und schaffte ihren internationalen Durchbruch 1974 durch den Sieg beim Eurovision Song Contest mit dem Titel Waterloo. Charakteristisch für die Gruppe waren die zu dieser Zeit ausgefallenen, bunt-poppigen Kostüme, die die Musiker während ihrer Auftritte und in den Musikvideos trugen. Vor allem Mitte der 1970er Jahre, in denen Hits wie S. O. S., Mamma Mia, Fernando und Dancing Queen entstanden, galten ABBA wegen ihrer aufwändigen und ausgefeilten Musikproduktionen als die Mitbegründer einer neuen internationalen Popmusik.

Nach etwa zehnjährigem Bestehen trennten sich 1982 die Wege der Bandmitglieder.

Beziehungen unter den Bandmitgliedern

Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus lernten sich im Mai 1969 während der Aufzeichnung einer schwedischen Fernsehsendung in einem Göteborger Fernsehstudio kennen. Die beiden Musiker heirateten am 6. Juli 1971 und waren bis Juli 1980 miteinander verheiratet; die Trennung erfolgte aber bereits im Dezember 1978.

Anni-Frid Lyngstad und Benny Andersson lernten sich im Februar 1969 kennen und verlobten sich bereits ein halbes Jahr später im August 1969, heirateten jedoch erst am 6. Oktober 1978. Im November 1981 wurde auch diese Ehe wieder geschieden.

Werdegang

Die Zeit vor der Bandgründung (bis 1972)

Agnetha Fältskog war eine seit dem Jahr 1968 in Schweden sehr erfolgreiche Sängerin und Komponistin, die vor allem schwedische Schlagermusik machte. Bis zur Gründung von ABBA nahm sie vier Solo-Alben in schwedischer Sprache auf und veröffentlichte zudem acht deutschsprachige Singles. Ferner sang sie die Rolle der Maria Magdalena in der schwedischen Version des Musicals Jesus Christ Superstar.

Die in Norwegen geborene Anni-Frid Lyngstad war eine in Schweden ebenfalls bekannte, wenn auch weniger erfolgreiche Jazz- und Folk-Sängerin. Lyngstad gewann 1967 einen nationalen Talentwettbewerb, erreichte 1969 bei der schwedischen Vorentscheidung („Melodifestivalen 1969“) zum Eurovision Song Contest mit dem Lied Härlig Är Vår Jord den 4. Platz und veröffentlichte im März 1971 ihr erstes Solo-Album mit dem Titel Frida.

Bereits im Juni 1966 lernte Björn Ulvaeus, der zu dieser Zeit mit seiner Folk-Gruppe Hootenanny Singers (vormals: Westbay Singers) in den heimatlichen Folkparks Erfolg hatte, den Musiker Benny Andersson kennen, der Pianist bei der in Schweden sehr erfolgreichen Band Hep Stars war. Schon bei ihrem zweiten Treffen drei Monate später im Spätsommer 1966 schrieben sie nach einer Party noch in der Nacht in einem improvisierten Musikraum in Ulvaeus´ Elternhaus ihr erstes gemeinsames Stück Isn't It Easy To Say, das später von den Hep Stars veröffentlicht wurde. A Flower In My Garden war der zweite gemeinsame Song, der 1968 ebenfalls für die Hep Stars entstand.

Andersson und Ulvaeus spielten seither gemeinsam auf verschiedenen Musikfestivals in Skandinavien und traten dabei mehrfach mit dem schwedischen Gesangsduo Svenne & Lotta auf. Außerdem produzierten die beiden u. a. für die Künstlerin Brita Borg den Song Ljuva Sextital, mit Lyngstad die Single Peter Pan und ihre erste gemeinsame Single She's My Kind Of Girl.

Ihre erste gemeinsame Schallplatte mit dem Titel Lycka („Glück“) nahmen Andersson und Ulvaeus 1970 bei Stig Andersons Plattenfirma Polar Music auf, bei der auch die Hootenanny Singers unter Vertrag standen. Mit dieser LP-Produktion begann auch die Zusammenarbeit mit dem Toningenieur Michael B. Tretow, der später maßgeblich an der Soundentwicklung von ABBA beteiligt war. Unterstützt wurden Andersson und Ulvaeus bei einigen Aufnahmen bereits von ihren Lebensgefährtinnen Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad, die verschiedene Backing Vocals sangen. So gilt der auch auf Single veröffentlichte schwedische Song Hej Gamle Man! („Hallo, alter Mann!“) als das erste Musikstück, auf dem alle vier Mitglieder von ABBA zu hören sind. Auf dessen Cover sowie auf dem Album Lycka sind aber nur „Björn Ulvaeus & Benny Andersson“ genannt. Nachdem das Album Lycka in Schweden in die Hitparade gelangte, planten Ulvaeus und Andersson, gemeinsam mit ihren Partnerinnen auch einen englischen Pop-Song aufzunehmen.

Formierung zur Band (1972–1973)

People Need Love war der Titel der ersten gemeinsamen Single, die die vier Musiker 1972 auf den Markt brachten. Dabei sahen sie sich aber noch immer nicht als feste Gruppe, denn alle Beteiligten waren parallel auch mit eigenen Produktionen beschäftigt. Daher hatte man sich auch keinen Namen für das gemeinsame Musik-Projekt überlegt, so dass lediglich ihre Namen Björn & Benny, Agnetha & Anni-Frid auf dem Cover aufgezählt wurden. Unter diesem eher improvisierten „Gruppennamen“, der zu dieser Zeit auch immer wieder geringfügig verändert wurde, nahm die Gruppe das erste gemeinsame Album Ring Ring auf. Mit dem gleichnamigen Lied traten sie im Februar 1973 – Fältskog war zu dieser Zeit im neunten Monat schwanger – als „Geheimfavorit“ zum schwedischen Vorentscheid („Melodifestivalen 1973“) des Eurovision Song Contest an, belegten aber deutlich abgeschlagen den dritten Platz. Die Gruppe und ihr Manager Stig Anderson waren zunächst enttäuscht über diese Platzierung, aber schon bald planten sie eine erneute Teilnahme für das folgende Jahr.

Um im deutschen Markt höhere Verkaufszahlen zu erreichen, nahmen sie – wie zu dieser Zeit auch bei anderen internationalen Künstlern üblich – einige ihrer Titel mit deutschen Texten auf. Diese Songs konnten sich jedoch nicht erfolgreich in den Chartlisten platzieren.

„Grand Prix“-Sieg und erste Erfolge – erste Rückschläge und Rückkehr in die internationalen Hitparaden (1974–1975)

Mit ihrem nun endgültigen Bandnamen ABBA setzten sich die vier Künstler im Jahr 1974 mit ihrem Beitrag Waterloo zunächst beim schwedischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest durch. Am 6. April 1974 traten sie bei der Austragung in der englischen Stadt Brighton an. Nach einem für den Wettbewerb bis dahin musikalisch eher untypischen, aber sehr effektvoll inszenierten Auftritt dominierten ABBA die Punktwertung und belegten unter den 17 teilnehmenden Ländern schließlich mit deutlichem Vorsprung den 1. Platz. Dieser Sieg war der Beginn ihrer internationalen Karriere. Die Single Waterloo erreichte in vielen Ländern vordere Plätze in den Hitparaden; sogar in den USA wurde das Lied ein „Top 10“-Hit.

Nach diesem Erfolg veröffentlichten sie in einigen Ländern auch ihre zweite LP, die ebenfalls den Titel Waterloo hatte. Die nachfolgende Single-Auskopplung von diesem Album Honey, Honey sowie die zwei neuen Titel So Long und I Do, I Do, I Do, I Do, I Do waren aber nur noch in Skandinavien, Deutschland, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und in Australien erfolgreich. I Do, I Do, I Do, I Do, I Do gelangte in Australien und in der Schweiz sogar auf den ersten Platz in der Hitparade. Auf dem für Popgruppen sehr wichtigen und einflussreichen britischen Markt fanden diese Singles jedoch keine große Resonanz. Dort galten die Gewinner des „Grand Prix“ ohnehin als „musikalische Eintagsfliegen“. Und auch auf ihrer ersten größeren Europa-Tournee 1974, bei der sie u. a. in sieben deutschen Städten gastierten, war die Resonanz beim Publikum überwiegend zurückhaltend und der erhoffte Erfolg außerhalb Skandinaviens blieb zunächst noch weitgehend aus.

In Schweden waren ABBA – trotz einiger Konzertabsagen in den Folkparks, über die viele Fans aus ihrem Heimatland verärgert waren − weiterhin sehr populär. Jedoch begann die heimische Presse zunehmend eine kritische Haltung gegenüber der aufstrebenden Popgruppe einzunehmen, da deren Meinung nach „die Gruppe zu kommerziell und die Musik zu oberflächlich und unkritisch sei“. Zu dieser Zeit arbeitete auch keiner der Künstler ausschließlich in diesem Gruppenverband und hielten sich dadurch zunächst weitere Optionen für ihre Karriere offen. So veröffentlichten Fältskog und Lyngstad 1975 jeweils ein schwedisches Solo-Album.

Die dritte Gruppen-LP mit dem schlichten Titel ABBA erschien im April 1975. Dieses Album war zunächst ein „Ladenhüter“ und es schien, als sei die internationale Karriere von ABBA somit schnell wieder beendet. Dann wurde entschieden, nach So Long und I Do, I Do, I Do, I Do, I Do eine dritte Single aus dem Album auszukoppeln. So erschien im Spätsommer 1975 die Single S. O. S.. Dieser neuartige Poptitel erreichte u. a. den 6. Platz der Charts in Großbritannien und Platz 1 in Deutschland und war vom Arrangement sowie von der Soundqualität für ABBA nun Richtung weisend für ihre weiteren Songproduktionen. In Australien gefiel dem Publikum besonders Mamma Mia – ein weiteres Lied dieser Platte, das auf Drängen des australischen Platten-Labels RCA auch noch als Single veröffentlicht wurde. Mit diesem Song schafften ABBA es auch wieder, sich an der Spitze der britischen Charts und vieler anderer Länder zu platzieren. Dabei fand auch das auf der B-Seite veröffentlichte Instrumentalstück Intermezzo No. 1 international große Beachtung.

Diese wiedergekehrte Begeisterung für die Musik von ABBA nutzte die Gruppe auch kommerziell: So veröffentlichten ABBA zunächst in Schweden im November 1975 ihr erstes „Best Of“-Album mit dem Titel Greatest Hits, das Anfang 1976 auch in vielen anderen Ländern veröffentlicht wurde und dort die vordersten Plätze der Album-Charts erreichte.

Höhepunkt der internationalen Karriere und erste private Krisen (1976–1980)

Nachdem die Gruppe bereits wieder zwei international erfolgreiche Songs hatte, veröffentlichte sie im Frühjahr 1976 die Single Fernando. Dieser Song wurde ursprünglich für Lyngstads Solo-Album Frida Ensam mit einem schwedischen Text geschrieben. Da dieser Titel in ihrem Heimatland Schweden sehr gut ankam, nahmen ABBA den Song noch einmal mit einem englischen Text auf. Auch Fernando erreichte im Laufe des Jahres weltweit die vordersten Plätze der Hitparaden. In vielen Ländern konnte sich das Lied wochenlang auf Platz 1 der Hitparaden behaupten und gilt bis heute als ABBAs weltweit kommerziell erfolgreichster Titel. Fernando war eine der ersten Singles, die vom Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Die Single blieb die einzige mit Gold-Status für ABBA in Deutschland.

Im August des gleichen Jahres folgte die Single Dancing Queen. Dieser Song wird häufig als der typische, eingängiste und populärste Disco-Poptitel der Gruppe bezeichnet, obwohl Andersson und Ulvaeus mit dem Basis-Rhythmus des Stückes sowie mit dem ausklingenden Liedschluss bei der Produktion nicht vollkommen zufrieden waren. Die Uraufführung dieses Stückes war bereits am 18. Juni 1976 im schwedischen Fernsehen, als die Gruppe es am Vorabend der Hochzeit des schwedischen Königs Carl Gustav und seiner Verlobten Silvia Sommerlath zu deren Ehren in spätbarocken Kostümen präsentierten. Auch Dancing Queen belegte im September und Oktober 1976 weltweit die Spitzenplätze der jeweiligen Länder-Hitparaden. Nachdem die Single zeitversetzt im November 1976 auch in den USA veröffentlicht wurde, erreichte Dancing Queen schließlich am 9. April 1977 als erster und einziger ABBA-Titel auch die Spitze der US-amerikanischen Hitparade.

Im Herbst 1976 brachte die Gruppe ihr viertes Studioalbum mit dem Titel Arrival auf den Markt. Dieses Album sowie die nach Dancing Queen ausgekoppelten Singles Money, Money, Money und Knowing Me, Knowing You erreichten in vielen Ländern ebenfalls die ersten Plätze der Hitparaden. Bereits zum Verkaufststart des Albums in Deutschland wurden über 500.000 Stück an den Handel ausgeliefert, sodass das Album Arrival als eines der ersten Pop-Alben mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet werden konnte. Sogar im früheren Ostblock war das Album so erfolgreich, dass beispielsweise Polen das Kontingent von 800.000 Schallplatten mit „Westmusik“, die jährlich importiert werden durften, nur für dieses eine Album verwendete. ABBA reiste extra für eine Fernseh-Dokumentation nach Polen, um das Album vorzustellen. Die Gruppe war auch in den anderen früheren Ostblockländern sehr beliebt und musikalisch erfolgreich, jedoch hielt sich ihr kommerzieller Erfolg dort in Grenzen, da die jeweiligen Landeswährungen nur beschränkt konvertierbar waren. Nach einigen Überlegungen gründeten ABBA eine Handelsgesellschaft und ließen sich seitdem auch in Naturalien wie z. B. polnischen Kartoffeln, Getreide, russischem oder rumänischem Erdöl oder auch Werkzeugmaschinen und anderen Produkten bezahlen, die auf dem freien Markt absetzbar waren.

1977 erreichten ABBA weitere Höhepunkte in ihrer Karriere: Ihre Platten verkauften sich weltweit mit sehr großem Erfolg, sodass sie unzählige Auszeichnungen und Schallplattenpreise bekamen. Ihre große Tournee durch Europa und Australien war überall ausverkauft. Parallel dazu entstand unter der Regie von Lasse Hallström der Spielfilm ABBA – The Movie, der ursprünglich nur eine Tournee-Dokumentation werden sollte. Neben der Haupthandlung um den Reporter Ashley sind daher viele Konzertmitschnitte aus Australien und Eindrücke der dort herrschenden Fanhysterie zu sehen, die häufig als „Abbamania“ bezeichnet wird. Einige Szenen wurden später noch in Schweden gedreht. Die Weltpremiere des Kinofilms war am 15. Dezember 1977 in den australischen Städten Sydney, Perth und Maramatta; die Europa-Premiere war am 26. Dezember 1977 in Stockholm. Der Film wurde einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 1978 in Europa und Australien und erlangte in der Musikbranche und vor allem bei ABBA-Fans Kultstatus.

Als die Gruppe von ihrer Tournee nach Schweden zurückkehrte, widmeten sich die Mitglieder vor allem der Komposition neuer Lieder. Im Sommer und Herbst 1977 wurde das fünfte Album The Album aufgenommen. Die Aufnahmen wurden im September kurzzeitig unterbrochen, um eine mögliche Frühgeburt bei Fältskog zu vermeiden, die zum zweiten Mal schwanger war. Während Arrival ein typisches Pop-Album mit Disco-Klängen war, waren auf dem neuen Album überwiegend „reifere“ Songs zu hören. Als erstes Lied dieser Platte wurde The Name Of The Game als Single veröffentlicht. Es folgte die Single Take A Chance On Me, die bis heute die meistverkaufte Single von ABBA in den USA ist und in den US-amerikanischen Charts Platz 3 erreichte. Dieses Lied ist damit nach Dancing Queen der Titel, der sich dort am zweithöchsten platzieren konnte. Die zunächst letzte Single-Auskopplung aus dem Album war der Song Eagle, dessen Spieldauer auf der Single auf eine „radiofreundliche Liedlänge“ reduziert wurde – das Stück hatte in der LP-Version eine Spieldauer von 5 Minuten und 51 Sekunden und war damit der längste ABBA-Song. Ebenfalls auf The Album sind drei Stücke des Mini-Musicals The Girl With The Golden Hair, das die Band bereits bei ihren Live-Auftritten während ihrer Welttour 1977 inszeniert hatte. Ein Stück daraus ist der mittlerweile zur Hymne gewordene Titel Thank You For The Music.

Anfang 1978 zogen sich ABBA häufiger aus der Öffentlichkeit zurück, um mehr Ruhe für zukünftige Projekte zu haben. Seit dem Frühjahr 1978 nahmen ABBA verschiedene Stücke und Melodien für ein neues Album auf. In dieser Zeit wurden sehr viele Stücke komponiert und produziert, viele davon aber auch wieder verworfen.

Im Herbst 1978 heirateten Lyngstad und Andersson, die Ehe von Fältskog und Ulvaeus geriet jedoch zunehmend in eine Krise. Fältskog wollte sich nach der Geburt ihres Sohnes Christian im Dezember 1977 mehr um ihre Familie kümmern, während Ulvaeus auf keinen Fall ABBA vernachlässigen wollte. Diese und andere Differenzen führten dazu, dass sich die beiden immer mehr auseinander lebten. So verließ Fältskog am 25. Dezember 1978 mit ihren Kindern ihre und Ulvaeus' gemeinsame Villa und zog in das nahe gelegene Gästehaus von Polar-Music. Trotz einer Paartherapie im Sommer 1978 entschlossen sich Fältskog und Ulvaeus zur Scheidung, die im Juli 1980 erfolgte. Vorerst hatte die private Trennung von Ulvaeus und Fältskog aber keine Auswirkungen auf den Fortbestand der Gruppe.

So erschien im Frühjahr 1979 mit Voulez-Vous ABBAs sechstes Album. Diese Platte enthielt acht Lieder, die den damaligen Vorstellungen eines Disco-Songs entsprachen. Nur die Lieder Chiquitita und I Have A Dream waren Pop-Balladen. Als erste Single erschien der Song Chiquitita, den sie am 8. Januar 1979 auf einer UNICEF-Gala in New York (USA) offiziell vorstellten. Die gesamten Einnahmen aus dem Verkauf dieser Single spendeten ABBA an UNICEF. Bis heute werden alle Einnahmen, die das Lied einspielt, an die Organisation UNICEF weitergeleitet, die seither auch Inhaber der Lizenzrechte an diesem Lied ist.

Im Herbst 1979 begab sich die Gruppe auf eine weitere große Tournee mit einer sehr aufwendigen Bühnenkulisse, die sie nach Europa, Amerika und im Frühjahr 1980 auch nach Japan führte. Während sie in Europa und Japan ausverkaufte Konzertarenen hatten und vor enthusiastischen Fans spielten, waren die Konzerte in Amerika teilweise nicht ausverkauft. Zu dieser Zeit äußerte vor allem Fältskog ein zunehmendes Desinteresse an den Auftritten und vielfältigen Aktivitäten der Gruppe.

Während Andersson und Ulvaeus Anfang 1980 neue Lieder komponierten, nahmen Fältskog und Lyngstad acht bekannte ABBA-Lieder mit spanischen Texten auf, nachdem bereits 1979 die Stücke Chiquitita und I Have A Dream auf Spanisch veröffentlicht worden waren und sich hervorragend in Lateinamerika verkauft hatten. Alle zehn Lieder wurden auf einem Album mit dem Titel Gracias Por La Música veröffentlicht.

Im weiteren Verlauf des Jahres widmeten sich ABBA den Aufnahmen neuer Lieder für ihr nächstes Album Super Trouper. Die Aufnahmen gingen vergleichsweise zügig voran und im Spätsommer erschien mit The Winner Takes It All vorab die erste Single dieses Albums.

Bis zum Erscheinen des Samplers ABBA – Gold im Jahr 1992 blieb Super Trouper das erfolgreichste Album der Gruppe (10 Millionen Kopien). Auch die gleichnamige Single-Auskopplung war in vielen Ländern ein Nummer-Eins-Hit.

Das Ende der Band (1981–1982)

Die Beziehungskrisen machten zu Beginn der 1980er Jahre ein gemeinsames Arbeiten zunehmend schwieriger. Nachdem die Scheidung von Fältskog und Ulvaeus im Juli 1980 rechtskräftig geworden war, heiratete er am 6. Januar 1981 seine neue Lebenspartnerin Lena Källersjö, mit der er bereits seit Silvester 1978 zusammenlebte. Ihre erste gemeinsame Tochter Emma wurde im Januar 1982 geboren. Auch Lyngstad und Andersson trennten sich, nachdem er eine Beziehung zur Fernsehmoderatorin Mona Nörklit begonnen hatte und diese schwanger geworden war. Bereits eine Woche nach der Scheidung von Lyngstad heirateten Andersson und Nörklit im November 1981. Im Januar 1982 wurde ihr gemeinsamer Sohn Ludvig geboren. Ulvaeus und Källersjö sowie Andersson und Nörklit sind bis heute miteinander verheiratet.

Parallel zu ihren Trennungsphasen begannen ABBA die Aufnahmen zum achten und letzten Album The Visitors. Im Vergleich zum vorherigen Album verliefen die Aufnahmen schleppend. Als die LP Ende 1981 auf den Markt kam, waren viele Käufer überrascht. Mit diesem Album hatten ABBA ihren früheren und Erfolg bringenden Musikstil verlassen. Die neun Stücke dieses Albums klangen „schwermütig, kalt und düster“, die Texte waren tiefgründig, und auch die Lieder mit poppiger Melodieführung hatten einen melancholischen Unterton. Kein einziges Lied auf dem Album wurde von Fältskog und Lyngstad gemeinsam gesungen, lediglich im Refrain einiger Lieder sind beide zu hören. Mit Like An Angel Passing Through My Room wurde erstmals ein Song komplett von Lyngstad alleine gesungen. Das Album The Visitors konnte aber entgegen kritischer Prognosen ähnlich hohe Verkaufszahlen wie die Vorgänger-Alben erreichen und belegte – wie die Studioalben Arrival, Voulez-Vous und Super Trouper zuvor – den ersten Platz der deutschen Album-Charts.

ABBA gingen 1982 ein weiteres Mal als Gruppe ins Studio, um ein neuntes Album mit dem Arbeitstitel Opus 10 aufzunehmen. Doch schnell verließ die vier die Lust an dem Projekt. Vor der Sommerpause waren lediglich drei Stücke aufgenommen: Just Like That, You Owe Me One und I Am The City. In diesen Aufnahmen kam ihr bisheriger Musikstil wieder mehr zum Ausdruck, es gab mehr gemeinsame Liedpassagen und die Songs waren alle wieder etwas „fröhlicher“.

Parallel nahm Lyngstad ihr erstes englisches Solo-Album Something's Going On mit Phil Collins als Produzent auf, Fältskog spielte in dem schwedischen Film Raskenstam mit, Andersson und Ulvaeus planten, gemeinsam ein Musical zu komponieren.

Immer häufiger wurde in den Medien nun über eine bevorstehende Trennung der Gruppe spekuliert, was die vier Bandmitglieder aber in jedem Interview zu dieser Zeit stets dementierten. Auch in einer offiziellen Presseerklärung vom 14. Juni 1982, die Görel Hanser veröffentlicht hatte, um über die Aktivitäten der Band in der Sommerpause zu informieren, hieß es u. a.: „Auch wenn die einzelnen ABBA-Mitglieder von Zeit zu Zeit ihre eigenen Projekte haben, gibt es nicht die Absicht, die Gruppe aufzulösen.“ (Originaltext: „Even if the ABBA members from time to time are doing things on their own, there is no intention whatsever to break up the group.“).

So trafen sich die vier Mitglieder von ABBA im August 1982 noch einmal im Studio, um weitere Songs aufzunehmen. Davon wurden aber nur noch die Lieder The Day Before You Came und Under Attack als Single und auf dem Album The Singles – The First Ten Years veröffentlicht, das im November 1982 erschien. Die Stücke Cassandra und You Owe Me One wurden als B-Seiten der beiden Singles genutzt. I Am The City wurde erst 1993 auf der Compilation ABBA – More Gold veröffentlicht. Just Like That blieb bis heute unveröffentlicht, ist aber als Ausschnitt in dem Medley ABBA Undeleted enthalten, das der Toningenieur der Gruppe, Michael B. Tretow, 1994 für die CD-Box ABBA – Thank You For The Music zusammenstellte. (Siehe dazu auch die Sektion Unveröffentlichte ABBA-Songs.)

Am 11. Dezember 1982 traten ABBA ein letztes Mal gemeinsam auf: Sie waren in der britischen Fernsehsendung The Late Late Breakfast Show von Noel Edmonds zu sehen. Allerdings waren ABBA in einem Studio in Stockholm und wurden via Satellit live zugeschaltet. Sie sangen die Lieder I Have A Dream und Under Attack.

Im Interview kündigten die Künstler für die Gruppe „eine Pause“ an, was rückblickend jedoch als die Trennung der Band angesehen werden kann. Denn danach gingen die vier Musiker ihre eigenen Wege und hatten seitdem nur noch einen gemeinsamen Auftritt als ABBA.

Nach der Trennung

Nach 1982 arbeiteten die Bandmitglieder an eigenen Musik-Projekten: Lyngstad (jetzt als Frida) und Fältskog nahmen englischsprachige Soloalben auf. Ulvaeus und Andersson schrieben, nachdem sie bereits 1977 Erfahrungen mit dem Mini-Musical The Girl With The Golden Hair gesammelt hatten, die Musicals Chess (Texte von Tim Rice) und Kristina från Duvemåla.

Seit ihrer Trennung kommen regelmäßig Gerüchte zu einer möglichen Wiedervereinigung der Band auf, die von den vier Schweden immer wieder kategorisch ausgeschlossen wird. So haben sie sich bis heute nicht wieder zu einem gemeinsamen Projekt entschlossen.

ABBA zählten bereits zur aktiven Zeit zu den kommerziell erfolgreichsten Musikkünstlern weltweit. Aber auch fast 25 Jahre nach ihrer Trennung – ohne weitere Auftritte und neue Songs – haben sie immer noch eine enorm hohe Popularität und es werden täglich noch immer etwa 3.000 Original ABBA-Tonträger verkauft. Darüber hinaus wird die Musik von ABBA kontinuierlich in unterschiedlichsten Interpretationen und Cover-Versionen produziert und meistens sehr erfolgreich vermarktet. Auch das erfolgreiche Musical Mamma Mia! basiert auf den Songs der Musikgruppe.

Stationen nach der Trennung

* 1985 lehnten ABBA eine Wiedervereinigung für einen gemeinsamen Auftritt beim Live Aid-Konzert am 13. Juli 1985 ab, das maßgeblich von dem Musiker Bob Geldof aus Anlass einer akuten Hungersnot in Äthiopien organisiert wurde.
* Im Januar 1986 sangen ABBA in der schwedischen Fernseh-Show Här Ar Ditt Liv, die dem früheren Manager der Band Stig Anderson gewidmet war, dessen ersten produzierten Hit Tivedshambo. Dieser Auftritt gilt als der bisher letzte gemeinsame Fernsehauftritt von ABBA.
* Am 18. August 1986 brachte der schwedische Schallplatten- und Musikverlag Polar Music das Live-Album ABBA Live auf den Markt, dessen Songs u. a. auf der Australien-Tour 1977, auf der Welttour 1979 und in der TV-Show Dick Cavett meets Abba Ende April 1981 aufgenommen wurden. Für das Live-Album gab es jedoch keine Promotiontermine mit den früheren Bandmitgliedern. Trotzdem führte die Veröffentlichung des Live-Albums weltweit zu vielfältigen Spekulationen über eine unmittelbar bevorstehende Wiedervereinigung der Gruppe. – Schließlich verkaufte sich das Live-Album sehr schlecht, sodass viele Kritiker, aber auch Fans dieses nun endgültig als das Ende der ABBA-Musik deuteten.
* Im Herbst 1992 – also etwa 10 Jahre nach der Trennung von ABBA – veröffentlichte das schwedische Plattenlabel Polar Records u. a. die Compilation-CD ABBA – Gold. Auch bei dieser Veröffentlichung gab es keine Promotiontermine mit den früheren Bandmitgliedern. Im Gegensatz zu dem Live-Album wurde die CD ABBA – Gold aber ein weltweiter Verkaufserfolg und gilt bis heute als das meistverkaufte ABBA-Album. (Siehe hierzu auch das Kapitel „Das ABBA-Revival in den 1990er Jahren“).
* Einen weiteren gemeinsamen musikalischen Auftritt hatten die vier Bandmitglieder im Juni 1999 vor einem privaten Personenkreis, als sie anlässlich des 50. Geburtstages von Görel Hanser das schwedische Volkslied Med En Enkel Tulipanals als „musikalischen Glückwunsch“ präsentierten. Alle vier Musiker betonten nachher, dass nicht die Gruppe ABBA sondern – wie bereits zum 30. Geburtstag von Hanser – vier gute Freunde des Geburtstagskindes gemeinsam gesungen haben.
* Im Jahr 2000 lehnten die Bandmitglieder ein Angebot über angeblich eine Milliarde US-Dollar für eine Welttournee mit hundert Konzerten ab.
* Am 6. April 2004 – dem dreißigsten Jahrestag des Grand-Prix-Sieges mit dem Lied Waterloo und dem fünften Jahrestag der Musicalaufführung von Mamma Mia! im Prince Edward Theatre in London – wurden die vier Musiker zu einer Jubiläumsfeier im Prince Edward Theatre eingeladen. Es kamen aber nur Lyngstad, Andersson und Ulvaeus. Fältskog hatte ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt. − Nach der Musical-Vorstellung gingen die drei anwesenden Bandmitglieder auf die Bühne und bekamen eine symbolische Auszeichnung für die Vielzahl verkaufter ABBA-Tonträger von Universal Music überreicht.
* Am 12. Mai 2004 hatte während der Live-Übertragung der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest ein mit Karikatur-Puppen dargestelltes Video (ABBA – The Last Video Ever) Weltpremiere. Obwohl es keinen gemeinsamen Aufnahmetermin gab, sind durch die eingesetzte Produktionstechnik alle vier ehemaligen Bandmitglieder auch als Real-Personen im Film zu sehen. Das Video erreichte u. a. Platz 30 in den deutschen Single-Charts.
* Am 12. Februar 2005 kamen alle vier ABBA-Mitglieder in das Stockholmer Cirkus-Theater zur Premiere der schwedischen Version des Musicals Mamma Mia!. Es war das erste Mal seit fast 20 Jahren, dass Fältskog, Lyngstad, Andersson und Ulvaeus gemeinsam in der Öffentlichkeit zu sehen waren. Vor allem der Besuch von Fältskog war nicht erwartet worden. Am Ende der Vorstellung gingen jedoch nur Andersson und Ulveaus auf die Bühne. Fältskog verließ das Theater. Es gibt auch kein Foto von dieser Veranstaltung, das alle Vier gemeinsam zeigt.

Das „ABBA-Imperium“

Im Laufe der – auch finanziell – sehr erfolgreichen Jahre bauten die vier Schweden und ihr Manager Stig Anderson einen kaum überschaubaren Mischkonzern mit unterschiedlichen Firmen, Firmenbeteiligungen und anderen Kapitalinvestitionen auf, der auch häufig das „ABBA-Imperium“ genannt wurde.

Nachdem bereits 1979 erstmalig große finanzielle Verluste durch Spekulationen mit Rohöl bei der ABBA-Firma Pol Oil entstanden, erfolgte für das „ABBA-Imperium“ bereits kurz nach der Trennung der Band durch oberflächliche und teilweise nicht kontrollierte Geschäftsführung sowie durch unseriöses Finanzmanagement (u. a. Steuernachforderungen, spekulative Kreditaufnahmen, zweifelhafte Börsenspekulationen) eine massive Krise mit hohen finanziellen Verlusten auch für Fältskog, Andersson, Ulvaeus und ihren Manager Anderson. Lediglich Lyngstad blieb hierbei weitgehend schadlos, da sie ihre Kapitalanteile bereits unmittelbar nach ihrer Trennung von ABBA verkauft hatte.

Das ABBA-Revival in den 1990er Jahren

Ausgangssituation zum ABBA-Revival

Die letzten großen Erfolge hatte ABBA in den frühen 1980er Jahren mit Hits wie The Winner Takes It All, Super Trouper und One Of Us.

Im deutschsprachigen Raum kamen zur gleichen Zeit unzählige kommerzielle Musik-Projekte der Neuen Deutschen Welle auf, die die Hitparaden dominierten, aber bereits im Herbst 1983 weitgehend beendet waren bzw. keine erfolgreichen Hits mehr hervorbrachten.

In den folgenden Jahren 1983 und 1984 entwickelte sich eine neue internationale Popkultur: Michael Jackson gelang mit seinem Album Thriller der internationale Durchbruch als Solo-Künstler, Madonna hatte ihre ersten erfolgreichen Single-Hits, Popgruppen wie Duran Duran, Kajagoogoo und etwas später auch A-ha kamen als Vorgänger der späteren Boygroups mit ihren Songs in die Hitparaden. Ebenso prägten Popmusik-Duos wie Wham!, die Pet Shop Boys und Modern Talking den Mainstream der Popmusik in diesem Jahrzehnt.

Einstige erfolgreiche Bands wie Bee Gees, Boney M., Smokie und ABBA waren nicht mehr im Fokus des Massengeschmacks und als Folge dessen wurde ihre Musik nur selten in Diskotheken und bei den Radiosendern gespielt.

Der Beginn des ABBA-Revivals

Im Sommer 1992 veröffentlichte das britische Synthie-Pop-Duo Erasure die EP-Single Abba-esque mit Coverversionen der vier ABBA-Lieder Lay All Your Love On Me, S. O. S., Take A Chance On Me und Voulez-Vous. Die Single erreichte u. a. Platz 1 in den UK-Charts, Platz 2 in Deutschland (insgesamt 19 Wochen in den Top-10) und Platz 3 in der Schweiz. In Folge dieses unerwarteten Erfolges wurden plötzlich von verschiedenen Künstlern die ABBA-Lieder gecovert.

Fast parallel veröffentlichte im Herbst 1992 – also etwa 10 Jahre nach der Trennung von ABBA – das schwedische Plattenlabel Polar Records eine Neuauflage des populären ABBA-Songs Dancing Queen und die Compilation-CD ABBA – Gold. Vor allem das Album ABBA – Gold verkaufte sich weltweit so gut, dass es in vielen Ländern vordere Positionen in den Verkaufscharts erreichte.

Weltweit stieg nun das Interesse an der früheren Kultband der 1970er Jahre ABBA und deren Musik, und neben der allgemeinen Entwicklung in der Popmusik dieser Zeit setzte ein bis dahin nie gegebenes ABBA-Revival ein.

Nach dem Motto „Ein Trend stärkt den Trend“ war die ABBA-Musik wieder allgegenwärtig. Auch viele Teenager, die die Gruppe bislang noch gar nicht aus ihrer aktiven Zeit kannten, hörten die früheren ABBA-Hits. Zunehmend wurden wieder ABBA-Partys veranstaltet, bei denen so genannte Tribute- oder Revival-Bands auftraten. Und in den Folgejahren kamen mit Priscilla, Königin der Wüste und Muriels Hochzeit gleich zwei australische Filmproduktionen in die Kinos, in denen einige Songs von ABBA zu hören sind.

1999 kam schließlich mit der schwedisch-norwegischen Popgruppe A*Teens, die sich 1998 unter dem Namen ABBA Teens gegründet hatte, eine jugendliche Gruppe in die Musikszene, die zunächst ausschließlich Songs von ABBA spielten. Ihr erstes Album The ABBA Generation erreichte in vielen Ländern Platz 1 oder 2 der Verkaufscharts.

Das Musical Mamma Mia!

Eine weitere Säule des lang anhaltenden Erfolgs von ABBA nach ihrer Trennung ist das weltweit erfolgreiche Musical Mamma Mia!, in dem viele bekannte ABBA-Hits wie Dancing Queen, Super Trouper und The Winner Takes It All zu hören sind. Die Hintergrundgeschichte von der allein erziehenden Mutter Donna und ihrer Tochter Sophie, die kurz vor ihrer Hochzeit steht, stammt von der britischen Autorin Catherine Johnson.

Die Weltpremiere war am 6. April 1999 im Prince Edward Theatre in London. Mittlerweile gastierte das Musical – neben mehreren dauerhaften Spielorten – weltweit in über 100 Städten als Tourneeproduktion.

ABBA in deutschen Fernsehsendungen

ABBA hatte in Deutschland regelmäßig Promotion-Auftritte in verschiedenen populären Fernsehsendungen. Neben vereinzelten Gastauftritten in Fernsehshows wie Am laufenden Band mit Rudi Carrell oder der Aktuellen Schaubude waren es überwiegend Auftritte in Musiksendungen wie beispielsweise im ZDF in der Disco mit Ilja Richter, im Musikladen von Radio Bremen oder in der Starparade, die von Rainer Holbe präsentiert wurde.

Der allererste Auftritt im deutschen Fernsehen war am 6. Januar 1973 in der Musiksendung Disco. Ilja Richter stellte die unbekannte schwedische Band namentlich vor, auf der Bühne standen allerdings Björn Ulvaeus, Benny Andersson, Frida Lyngstad und Inger Brundin – eine Freundin von Lyngstad, die ersatzweise für Fältskog auftrat, da diese im achten Monat schwanger war und daher nicht verreisen wollte. Die Band war damals in Deutschland völlig unbekannt, und so fiel niemandem im Publikum auf, dass nicht Agnetha Fältskog auf der Bühne stand.

Es gab auch einen Auftritt in der DDR: Im November 1974 traten ABBA in der Fernseh-Unterhaltungssendung Ein Kessel Buntes auf. Die Band präsentierte die drei Titel Waterloo, So Long und Honey Honey sowie einen Ausschnitt von Waterloo in der deutschsprachigen Version. Es war einer der wenigen Bühnenauftritte, bei denen Andersson mit auf der Bühne stand und nicht am Klavier saß.

Am 21. August 1976 gab es im Musikladen ein ABBA-Special – es blieb die einzige Musikladen-Sendung, in der nur eine einzige Musikgruppe präsentiert wurde.

ABBAs erster und einziger Live-Auftritt am 11. November 1982 im Showexpress mit Michael Schanze war der letzte gemeinsame Bühnenauftritt in Deutschland und ihr vorletzter Bühnenauftritt überhaupt. Sie sangen die neuen Titel The Day Before You Came, Cassandra und Under Attack. Dieser Auftritt war insoweit ungewöhnlich, da bereits Meldungen über die Trennung der Band kursierten und nach Schanzes Anmoderation zunächst auch nur Fältskog alleine auf der Bühne im Trockeneisnebel stand. Hinter ihr war allerdings eine Bühnendekoration mit einem beleuchteten ABBA-Schriftzug an einer Wand und sie begann, den Song The Day Before You Came mit ernster und in sich gekehrter Miene vorzutragen. Nachdem im Publikum nun erste Unruhe zu hören war, trat Fältskog drei Schritte nach vorne und die Wand drehte sich plötzlich, so dass jetzt erst sichtbar wurde, dass Fältskog vor einer Drehbühne stand, auf der nun hinter ihr die anderen ABBA-Mitglieder erschienen, wobei Lyngstad auf Anderssons Klavier saß.

Ein bereits zwei Jahre zuvor geplanter Auftritt im Showexpress hatte wegen einer Entführungsdrohung an die ABBA-Mitglieder kurzfristig abgesagt werden müssen und war durch eine 20-minütige Live-Schaltung nach Schweden ersetzt worden.

Knapp zwei Jahre nach der Trennung waren Lyngstad, Andersson und Ulvaeus am 29. November 1984 zu Gast bei Thomas Gottschalk in der von ihm moderierten Fernsehshow Na sowas!. Nachdem Lyngstad ihr Lied Come To Me (I Am Woman) vorgestellt hatte, folgte ein Interview mit den drei Musikern und ein kleiner Begleitauftritt zur Vorstellung des Songs One Night In Bangkok aus dem Musical Chess. Dieses war einer der wenigen Fernsehauftritte nach der Trennung, bei dem zumindest drei Bandmitglieder gemeinsam auftraten.
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